YPG, YPJ und Asayiş

YPG_flag
Quelle: Wikimedia Commons

Die Volksverteidigungseinheiten (YPG) und die Frauenverteidigungseinheiten (YPJ) sind der bewaffnete Arm der PYD. Sie wurden 2012, nach Beginn des syrischen Bürgerkriegs, gegründet. Die YPG wird von PKK-Kadern befehligt, die ihrerseits ihre Anweisungen von der Militärführung im Kandilgebirge in Irakisch-Kurdistan erhalten.

Aktuelle Statistiken der YPG über ihre in Syrien getöteten Kämpfer legen nahe, dass über fünfzig Prozent derselben aus der Türkei stammen [weitere Informationen]. Von den aus Syrien stammenden Kämpfern hat sich nur ein Teil freiwillig der YPG angeschlossen, viele wurden zwangsrekrutiert. Die Zwangsrekrutierungen haben zu einer Massenflucht von Männern im wehrfähigen Alter in Richtung Türkei, Irakisch-Kurdistan und Europa geführt [weitere Informationen]. Schätzungen zufolge sind rund ein Drittel der Kombattanten der PYD Frauen.

YPJ_Flag
Quelle: Wikimedia Commons

Aktuell kontrolliert die YPG zum einen die überwiegend von Kurden besiedelten Gebiete Dschazira, ʿAin al-ʿArab (Kobanî) und ʿAfrin im Norden Syriens. Darüber hinaus ist sie seit Sommer 2015 in der überwiegend arabisch besiedelten Region um die Stadt Tall Abyad präsent. 

Der Sieg der YPG über den Islamischen Staat (IS) in ʿAin al-ʿArab (Kobanî) im Januar 2015 und Tall Abyad im Juni 2015 hat erheblich zu ihrer internationalen Anerkennung beigetragen. Bereits in Kobanî wurde die YPG von der US-geführten Koalition durch Luftschläge unterstützt. Inzwischen erhalten die YPG bzw. die von ihr dominierten »Demokratischen Kräfte Syriens«, ein im Oktober 2015 gegründetes Bündnis aus YPG, YPJ und arabischen Milizen, die bereits zuvor mit der YPG kooperierten, direkte Waffenhilfe aus den USA [weitere Informationen].

Gleichzeitig kooperiert die YPG bis heute eng mit dem syrischen Regime und wird auch von diesem [weitere Informationen] sowie von Russland [weitere Informationen] bewaffnet.

Asayish_Logo
Quelle: Facebook

Innerhalb der kurdischen Gebiete missbraucht die YPG ihre Position als einzige bewaffnete Miliz, um gemeinsam mit dem Asayiş, dem Sicherheitsdienst der PYD, den Alleinvertretungsanspruch der PYD bzw. der PKK durchzusetzen. Unabhängige Aktivisten und Journalisten sowie Mitglieder oppositioneller kurdischer Parteien werden systematisch entführt und gefoltert, das Verbot bzw. die Auflösung PYD-kritischer Demonstrationen ist ebenso an der Tagesordnung wie die Schließung von Parteibüros oppositioneller Parteien. Zudem wurden seit 2012 über dreißig politische Kritiker der PYD ermordet. Aktivisten bezeichnen die PYD-Herrschaft als »Baʿthherrschaft unter kurdischen Vorzeichen«.